Kassai István


CSÁKVÁRI Ilona  ↑ 1982
KERTÉSZ Lajos      2007
KADOSA Pál           1982
CZIFFRA György    1982
Yvonne LEFÉBURE 1984
KASSAI István
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CURRICULUM VITAE

Ich wurde am 26. März 1959 in Budapest geboren und begann 1965 bei Ilona Csákvári, einer Schülerin des ehemaligen Weimarer Liszt-Schülers Károly Aggházy Klavier zu spielen. Mein erster öffentlicher Auftritt erfolgte im Jahre 1966.

  Nachdem ich den sechsjährigen Unterrichtsstoff der Musikschulen in vier Jahren aneignet hatte, wurde ich 1969 in die Béla Bartók Fachmittelschule für Musik aufgenommen. Mein dortiger Lehrer war Lajos Kertész, ein ausgezeichneter Bartók-Interpret, der spätere Lehrstuhlinhaber der Pädagogischen Hochschule. Während seiner Japanreise studierte ich ein halbes Jahr lang bei Marianne Ábrahám.

  1971 gewann ich in der Kategorie der 12-13-Jährigen den zweiten Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs für die Jugend in Ušti nad Labem  in der Tschechoslowakei.

  1972 wurde ich in der gleichen Kategorie preisgekrönt und erhielt den Sonderpreis für die beste Interpretation ohne Alterskategorie. Im gleichen Jahr spielte ich zum ersten Mal mit Orchesterbegleitung (Haydns D-Dur-Klavierkonzert) und gab mein erstes selbständiges Konzert. Damals war ich 13 Jahre alt.

  1973 erhielt ich den Klára Chitz-Preis, der jedes Jahr unter den besten Absolventen des Bartók Konservatoriums verteilt wird. In demselben Jahr wurde ich mit 14 Jahren als erster ordentlicher Schüler seit 1945 an die Ferenc Liszt Universität für Musik, Lehrstuhl für Klavier aufgenommen. Mein Professor war der legendäre Pál Kadosa, sein Assistent Dezső Ránki. Wegen der häufigen Konzerttourneen des Letzteren wurde ich je ein Jahr von Jenő Jandó und Anikó Szegedi, ein halbes Jahr von Kálmán Dráfy unterrichtet. Gelegentlich beschäftigten sich auch Ferenc Radó, Zoltán Kocsis und György Ferenczy mit mir.

  Mein erstes selbständiges Konzert an der Musikakademie war ein Soloabend aus Werken Prokofjews im Jahre 1977.

  1978 wurde ich in die von Ernst von Dohnányi gegründete Künstlerbildungsanstalt der Musikakademie aufgenommen. Damals erhielt ich auch den ARTISJUS-Preis  für die Darbietung der Werke zeitgenössischer ungarischer Komponisten.

  1979 gewann ich den ersten Preis des Klavierwettbewerbs des Ungarischen Rundfunks und erhielt zugleich den Sonderpreis für den besten Wettbewerbsteilnehmer der Akademie. (An diesem Wettbewerb, der nur siebenmal veranstaltet wurde, trugen Gyula Kiss, Zoltán Kocsis, Jenő Jandó, Péter Nagy, später Csaba Király und Gábor Farkas den ersten Preis davon).

  1979 fand mein erster selbständiger, live übertragener Abend statt und spielte zum ersten Mal mit Orchester in einer Rundfunkübertragung (die Variationen über ein Thema von Paganini Rachmaninows). Seither trete ich regelmäßig im Ungarischen Rundfunk auf. In seinem Archiv sind etwa zwei Stunden Studioaufnahmen von mir und das Tonmaterial von etwa sechzig Stunden live Aufführung und Konzertaufnahmen aufbewahrt.

  1979-1980 bekam ich das von Frau Bartók Ditta Pászthory gegründete Stipendium, das den besten Studenten der Musikakademie erteilt wird.

  1981 spielte ich zum ersten Mal György Cziffra in Senlis vor. Zwischen 1982 und 1986 trat ich an sechs Galaabenden der Stiftung Cziffra in Ungarn und Frankreich auf.

  1982 erhielt ich das Pianistendiplom an der Musikakademie und nahm dann ein halbes Jahr lang Privatunterricht vom Pianisten Péter Solymos, der ein Professor an der Budapester Musikakademie und ein ausgezeichneter Debussy-Interpret war.

  Im Juli 1982, 1983 und 1985 nahm ich an den Kursen von Yvonne Lefébure in Saint-Germain-en-Laye, der Geburtsstadt Debussys bzw. in Paris teil (Juillet Musical).

  1982 trug ich den ersten Grandprix des Internationalen Debussy-Klavierwettbewerbs, Paris im Wert von 30.000 FFR davon. Für diesen Preis konnte man bei diesem Wettbewerb nur noch zweimal, 1980 und 1984 antreten. Damals fand aber die Jury keinen würdigen Wettbewerber.

  Für mein Ergebnis am Debussy-Wettbewerb erhielt ich vom Ministerium für Kultur eine Unterstützung im akademischen Jahr 1982-83 und 1983-84. Dieses Stipendium sicherte jungen Künstlern jeden Monat ein bis zwei Konzertmöglichkeiten in Ungarn und ermöglichte ihnen, sich im Musikleben zu etablieren.

  1983-84 studierte ich bei der weltberühmten Professorin Yvonne Lefébure am Pariser Conservatoire Européen de Musique und erwarb das Meisterdiplom der Institution im Jahre 1984.

  1984 entzog mir das Ministerium für Kultur ohne jede Begründung die Unterstützung während ich mich noch in Frankreich aufhielt und schloß mich dadurch aus dem Konzertleben aus. Für das zweite Jahr, in dem ich das höchste Diplom des Conservatoire hätte erwerben können, durfte ich nicht mehr ausreisen. Gleichzeitig wurde mir jegliche Anstellung im Musikleben, von der Musikakademie bis zur kleinsten Musikschule unmöglich gemacht. Zu bemerken ist, dass die Kosten meiner Studien in Frankreich im Juli 1982, 1983 und 1985 sowie im akademischen Jahr 1983-84 aus einem französischen Stipendium gedeckt wurden, sonst unterstützten mich meine Eltern. Die Betreffenden der ungarischen Diktatur haben meine Auslandsstudien und Reisen nicht finanziert.

  1985 erhielt ich den Preis Fonds International de l'Etnr'aíde Musicale der UNESCO. Es war das letzte Jahr, in dem ich mich an einem Wettweberb beteiligen konnte (in Bolzano fiel ich aus dem Ausscheidungsspiel aus). Die dramatische Verschlechterung meiner Lage hat mir bedauerlicherweise die Teilnahme an späteren Wettbewerben nicht mehr ermöglicht. Die Bilanz der fünf Teilnahmen sind also: ein zweiter Preis und drei erste Preise.

  1986 nahm ich am ersten Meisterkurs von György Cziffra in Keszthely teil. Seitdem arbeite ich allein.

  1986 erhielt ich den Bonnaud-Chevillion-Preis der Fondation de France, der den beiden besten Studenten des Conservatoire Européen de Musique jedes dritte Jahr erteilt wurde. Dennoch konnte ich meine Studien in Frankreich nicht mehr fortsetzen, weil mein Professor inzwischen verstorben war. In demselben Jahr gab ich anlässlich des Zentenariums des Todes von Liszt im kleinen Saal der Budapester Musikakademie einen selbst organisierten Liszt-Abend, wo sich ein zahlreiches Publikum versammelte, die maßgebenden Vertreter des Musiklebens jedoch durch ihre Abwesenheit glänzten.

  1987 wurde ich in das Solistenverzeichnis der Cziffra Fondation aufgenommen und konnte meine erste Studioaufnahme (Beethovens G-Dur-Sonate op. 31 № 1) im Rundfunk machen, die bereits die Verunsicherung der Diktatur zeigte.

  Seit 1987 beschäftige ich mich – mit einer Unterbrechung von ungefähr anderthalb Jahren – fast ausschließlich mit ungarischer Musik; mein Fachgebiet umfasst die romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende. Ich untersuche die Epoche als nicht-berufsmäßiger Musikhistoriker und meine populärwissenschaftlichen Artikel sowie Abhandlungen werden in Tageszeitungen, Fachzeitschriften und Studienbänden veröffentlicht.

  Ich konnte meine ersten Schallplattenaufnahmen nach dem aufgezwungenen Schweigen erst 1988 machen. Sie umfassten die Erstaufnahme aller Klavierwerke von Ernest Bloch  (1880-1959) im Auftrag der multinationalen Firma Naxos. Seither sind mehr als dreißig gefolgt, mit Werken von Bartók, Erkel, Hubay, Mosonyi, Volkmann und Weiner. Meine künstlerische Tätigkeit ist den Schallplattenaufnahmen unterordnet.

  Seit 1989 bin ich Gründungs- und Vorstandsmitglied der Ferenc Erkel-Gesellschaft. 1998 wurde ich auch von der Jenő Hubay-Gesellschaft, 2000 von der László Lajtha-Gesellschaft zum Vorstandsmitglied gewählt.

  1990 erhielt ich den Niveaupreis des Ungarischen Rundkfunks für die Studioaufnahme der Klavierwerke von Ferenc Erkel. An den historischen Konzerten der Erkel-Gesellschaft, die seit 1990 jedes Jahr am 15. März aus Gyula live übertragen werden, spielte ich zahlreiche Uraufführungen, Konzert- und neuzeitliche Erstaufführungen der Werke von Erkel, Mosonyi, Brahms, Dohnányi, Bartók und anderer.

  1991 kam bei Naxos die Gesamtausgabe der Klavierwerke, der Kammermusik und der Opernbearbeitungen von Ferenc Erkel (1810–1893) auf zwei CDs heraus. Sie war unter Mitwirkung von Ferenc Szecsődi und Péter Lukács im vorangehenden Jahr aufgenommen.

  1993-95 brachte ich den ersten Band der Improvisationen von György Cziffra als Editor heraus. Ein Großteil dieser Stücke musste von Tonaufnahmen nach dem Gehör notiert werden, weil es kein Manuskript vorhanden oder die Notation für Editionszwecke ungeeignet war. Leider konnte die Edition nicht fortgesetzt werden, weil inzwischen György Cziffra gestorben war und seine Witwe ganz eigenartige Vorstellungen von der Rechtsstellung eines Herausgebers hat.

  Von 1995 an arbeite ich an der Notenausgabe von Mihály Mosonyis (1815–1870) Werken. Bis jetzt konnten wegen der kümmerlichen finanziellen Verhältnisse nur drei Hefte  veröffentlicht werden, obwohl das Material für mehrere Hefte fertiggestellt und für Veröffentlichung vorbereitet ist.

  Seit dem Frühling 1997 habe ich Schallplattenaufnahmen für die Firma Hungaroton Classic gemacht. Jenes Jahr begannen wir mit Ferenc Szecsődi sämtliche Werke für Violine und Klavier von Jenő Hubay (1858–1937) bzw. alle Klavierwerke von Leó Weiner (1885–1960) einzuspielen.

  1999 erschien das letzte Album einer Serie von sechs CDs, die sämtliche Werke für Klavier zweihändig und vierhändig sowie die Kammermusik mit Klavier von Mihály Mosonyi enthält. Sie wurde unter Mitwirkung von Klára Körmendi (Klavier), Leila Rásonyi (Violine) und Judit Kiss-Domonkos (Violoncello) zwischen 1992 und 1997 aufgenommen und von der Firma Naxos zwischen 1994-1999 herausgebracht.

  2000 wurde ein Ergänzungsalbum zur berühmten Bartók-Gesamtausgabe der Schallplattenfirma Hungaroton veröffentlicht, an dem ich mit drei Klavierwerken beteiligt war. Diese Gesamtausgabe übernahm auch die japanische Firma King Records; sie druckte mit anderem Umschlag ebenfalls im Jahre 2000.

  2001 erhielt ich den Liszt-Preis, der die höchste berufliche Auszeichnung in Ungarn ist. In demselben Jahr trat ich am Weltmusiktag im Rahmen des ersten Komponistenabends von Mihály Mosonyi als Solist des Klavierkonzerts im großen Saal der Musikakademie mit dem Symphonieorchester des Ungarischen Rundfunks auf. Das Konzert wurde von neunzehn Rundfunkstationen der EBU live bzw. von Aufnahme übertragen.

  Seit 2002 spüre ich die Notwendigkeit, mich am Konzertleben – vorläufig nur in Ungarn –zu beteiligen. Seither stelle ich jedes Jahr drei bis fünf verschiedene Programme meist aus Meisterwerken der ungarischen Musikgeschichte zusammen.

  2003 wurde ich vom Musikverlag Editio Musica Budapest gebeten, an der berühmten Liszt-Ausgabe als Herausgeber eines Bandes mit Imre Sulyok mitzuwirken (Serie II, Band 15), das eine Anerkennung meiner bisherigen Editionstätigkeit bedeutete. Damals erschien auch meine Schallplatte mit Kammerwerken Ernst von Dohnányis, aufgenommen mit dem Auer Streichquartett.

  2004 erschien eine Auswahl von den Klavierwerken mit ungarischen Bezügen von Róbert Volkmann (1815–1883), die ich im vorangehenden Jahr einspielte.

 2007 kam das letzte Album der Aufnahmen sämtlicher Klavierwerke von Leó Weiner heraus. Die aus vier CDs bestehende Serie wurde zwischen 1997 und 2006 aufgenommen und von Hungaroton zwischen 1998 und 2007 veröffentlicht. Ich nützte die sich aus der modernen Aufnahmetechnik ergebenden Möglichkeiten aus und spielte beide Stimmen der Werke für Klavier vierhändig bzw. für zwei Klaviere.

  In diesem Sommer wurde ich an beiden Augen mit Erfolg operiert, so ist mein Handikap im Musikleben völlig beseitigt worden.

  2009 wird die letzte CD der aus dreizehn Alben bestehenden Gesamtausgabe aller Sonaten für Violine und Klavier von Jenő Hubay (1858–1937) erscheinen, die wir mit Ferenc Szecsődi zwischen 1997 und 2008 für die Schallplattenfirma Hungaroton eingespielt haben und von 1997 an kontinuierlich erscheint. Das war bis jetzt das größte von einem Solokünstler begonnene und auch beendete Unternehmen der Geschichte der ungarischen Schallplattenindustrie.

  2010 erhielt ich den Leo Weiner Gedenkpreis.

  Ich heiratete Valéria Csányi Dirigent.

  Seit 2013 ich bin Mitglied der Ungarische Kunstakademie.